Evangelische Kirchengemeinde    Damgarten - Saal GEschichte der St. Bartholomäus Kirche Damgarten  Der Ort Damgarten wurde 1258 mit dem lübischen Stadtrecht versehen. Zu jener Zeit mag es bereits eine Holzkirche gegeben haben, die um 1270 durch den heute ältesten Teil, den Chorraum mit Sakristei, ersetzt wurde. Beide trugen einst ein Gewölbe, das jedoch nur in der Sakristei erhalten ist. Der Altarraum ist ein so genannter Kastenchor, der auf westfälische Einflüsse zurückgeht. Im 15. Jahrhundert folgte das Kirchenschiff, das ungewöhnlicherweise niedriger als der Chorraum ist. Einen eigentlichen Kirchturm erhielt die Kirche erst 1723 in Form eines Fachwerkturmes, ausgeführt vom Anklamer Zimmermeister Hans Jacob Schwartzenhauer. Dieser Turm wurde 1884 aus Baufälligkeit abgerissen und bis 1887 durch den heutigen Kirchturm in Backsteinbauweise ersetzt. Der Entwurf stammt vom Stralsunder Stadtbaumeister Ernst von Haselberg (1827-1905). In seiner neugotischen Form zitiert der Turm Bauformen, die auch an den älteren Teilen der Kirche auftauchen. Er beherbergt ein dreistimmiges, wertvolles vorindustrielles Geläut. Die älteste Glocke wurde 1447 gegossen (unbekannter Gießer), die nächstjüngere und etwas kleinere Glocke wurde 1601 in Stralsund (Albrecht Huwe) gegossen. 1821 erfolgte ein Umguss einer 1723 in Tribsees erworbenen kleinen Glocke bei Simon Zach in Stralsund. Die älteste Glocke erhielt 2012 eine neue Krone. Alle Glocken hängen seit einigen Jahren wieder in geraden Holzjochen. Das Innere der Kirche ist Ergebnis zahlreicher Umbauarbeiten. Eine barocke Überarbeitung erfuhr sie in den 1720ern und 1730ern, aus dieser Zeit haben sich Kanzel (1719) und Altaraufsatz (1721) erhalten. Sie wurden in Rostock vom Bildhauer Diederich Hartig (†1735) gefertigt und vom Maler Bernhard Wilhelm Sellin gefasst. Auch das einstige Gestühl stammte überwiegend aus dem 18. Jahrhundert, wurde aber 2003 ausgebaut und ist heute in der Pantlitzer Kirche zu sehen. Ende des 19. Jahrhunderts erhielt die Kirche eine einheitliche, florale Ausmalung, die in den Decken von Altarraum und Kirchenschiff noch erhalten ist. Die Wände wurden 1963 grau, 2004 dann weiß getüncht. Bis 1963 gab es noch Emporen, die dann bis auf die Orgelempore alle entfernt wurden. Von der ehemaligen Patronatsloge der Pütnitzer Patronatsherren zeugen noch das dort befindliche Wappenepitaph für Claus Ulrich von Schwerin (1624-1681; 2006 restauriert) und eine neugotische Sitzbank mit Familienwappen (von Zanthier und von Schönberg). Seit mindestens 1583 besitzt die Kirche eine Orgel. Damals war ein gebraucht gekauftes Instrument vorhanden, solche wurden 1619 und 1700 abermals angeschafft, hielten aber stets nur einige Jahrzehnte. Ihre Erbauer sind sämtlich unbekannt. Für 1730 ist dann der Einbau eines neuen Instrumentes belegt, das der Rostocker Orgelbauer Caspar Sperling (†1743) schuf. Doch sowohl dieses als auch die Vorgängerinstrumente waren Kleinorgeln, so genannte Positive, also Orgeln geringen Ton- und Bauumfangs. Sperlings Werk hatte sieben Register. In den 1790ern gab es Planungen, diese Orgel durch einen großen Neubau zu ersetzen, doch wurden dieser nicht ausgeführt (Christian Kindt, Stralsund 1796). Stattdessen erhielt die Kirche erst 1848 eine vom Berliner Orgelbauer Carl August Buchholz (1796-1884) geschaffene Orgel. Sie zeigte sich in den 1960ern so vom Holzwurm angegriffen, dass ein Neubau nötig wurde. Auf der Buchholzorgel spielte über viele Jahrzehnte lang der Kantor, Lehrer und Organist Hermann Bendix (1859-1935). Beim Abriss des alten Instrumentes fand sich ein Dokument in den Windladen, das über die politischen Wirrnisse des Jahres 1848 Auskunft gibt. Es ist auf der Orgelempore zu lesen. 1971 wurde dann von der Orgelbaufirma Sauer aus Frankfurt an der Oder die heutige Orgel erbaut. Sie wurde 2018 generalüberholt. Die farbliche Fassung stammt vom Rostocker Restaurator und Künstler Lothar Mannewitz (1930-2004). Im Zuge der Sanierung und Umgestaltung in den 1990ern bis 2000ern erhielt das Kirchenschiff neue Bleiglasfenster, die auf die liturgischen Farben Bezug nehmen. Im Chorraum wurden besonders gestaltete Fenster des Glaskünstlers Thomas Kuzio (*1959) eingebaut. In ihrer Farbgebung bilden sie die drei christlichen Tugenden Glaube, Liebe und Hoffnung (1 Kor 13,13) ab. Szenen aus dem Leben des Kirchenpatrons, dem Heiligen Bartholomäus, sind auf dem Bronze-Holz-Relief der Künstlerin Chantal Vogt zu sehen. Sie schuf es 2003. Aus dem Mittelalter haben sich zwei Kruzifixe erhalten, die im Chorraum hängen und vor einigen Jahren restauriert wurden. Derzeit nicht in der Kirche befindlich sind die Wappen der Patronatsfamilie von Zanthier (19. und 20. Jahrhundert) sowie die Gedenktafel für die Gefallenen des Ersten Weltkrieges (1930).  Das Gelände um die Kirche herum, der so genannte Kirchberg, wurde bis ins 19. Jahrhundert als Friedhof genutzt. Davon kündet eine gusseiserne Grabtafel des Pastors Collasius (1745-1798) und seiner Familie. Außerdem stehen dort das Gefallenendenkmal (1924) und das „Himmelstor“ (2003) von Wilhelm Gauger (*1950).
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Pfarrhaus Damgarten Wahrscheinlich   bestand   bereits   im   Mittelalter   ein   den   Damgartener Priestern    dienendes    Wohngebäude    an    dieser    Stelle.    Es    ist    dann    ein Neubau    für    das    Jahr    1531    belegt.    Genau    200    Jahre    später    wurde wieder         ein         Neubau         fertiggestellt.         Beide         Häuser         waren Fachwerkhäuser,   zu   denen   noch   Hofgebäude   wie   Ställe   und   Scheunen gehörten.    Zu    den    Einkünften    der    Geistlichen    auf    dem    Lande    und    in Kleinstädten   gehörte   auch   immer   Pfarrland,   das   sie   entweder   selbst bestellen    oder    verpachten    konnten.    Im    Jahre    1875    wurde    dann    das heutige       Pfarrhaus       mit       angrenzendem       Nebengebäude       gebaut; Landwirtschaft   musste   der   Pastor   damals   schon   nicht   mehr   betreiben. Das   eingeschossige   Backsteinpfarrhaus   erhielt   1911   einen   Anbau,   der damals   als   „Konfirmandensaal“   bezeichnet   wurde.   Er   diente   während der   DDR-Zeit   einer   zahnmedizinischen   Einrichtung.   Heute   ist   dort   der große    Gemeinderaum    zu    finden,    daneben    der    kleine.    Das    Pfarrhaus beherbergt   neben   den   Gemeinderäumen   und   der   Pfarrwohnung   auch Diensträume.
St. Bartholomäuskirche Damgarten